ScientificCMS

Steckbrief

Programmiersprache: 

Java

Erstmals veröffentlicht: 

2012

Open Source seit: 

2012

Lizenz: 

Aktuelle Major Release: 

2

Entwickler/innen: 

> 20

Core-Contributors: 

~ 6

Anzahl Installationen: 

> 50

Verfügbare Sprachen: 

2
05.08.2015

ScientificCMS zielt darauf, den Aufwand für die Gestaltung und laufende Pflege der Webseiten wissenschaftlicher Forschungseinrichtungen zu verringern und gleichzeitig eine bessere Nutzung der Internettechnologie für wissenschaftliche Kommunikation zu ermöglichen. Es richtet sich aber auch an Einrichtungen, die eine Vielzahl unterschiedlicher Informationen mit hoher Komplexität auf ihrer Webseite bereitstellen.

Nutzungsprofil

Webseiten wissenschaftlicher Einrichtungen, insbesondere größere Forschungsinstitute, aber auch anderer großer Einrichtungen, sind in der Regel sehr komplex und ihre laufende Pflege sehr aufwändig. Dennoch stehen für die Pflege oft nur geringe Ressourcen zur Verfügung. ScientificCMS minimiert den Zeitaufwand durch sinnvolle Strukturen .

Dazu gehört die Handhabung von Publikationen nach internationalen wissenschaftlichen Standards einschließlich Schnittstellen zum Datenaustausch. Es unterstützt die Verwaltung und Präsentation von wissenschaftlichen Forschungsprojekten nach Regeln der Profession. Publikationen, Projektberichte und Artikel sind meist in mehreren Zusammenhängen relevant, ScientificCMS ermöglicht die Wiederverwendung von Informationen, vermeidet Redundanz und damit Mehrfacharbeit.

Ohne doppelte Arbeit lassen sich themenspezifische Sonderseiten, z. B. im Rahmen der Bewerbung um Drittmittelförderungen oder fachliche Stellungnahmen (Wissenschaftstransfer, Gutachten), aus bereits vorhandenen Inhalten (z. B. einschlägige Publikationen, Forschungsprojekte, Seiten über andere Stellen verteilt) erstellen. Da viele Informationen bereits vorhanden sind, lassen sich so informative, themenspezifische Seiten sehr effizient und mit geringem Zeitaufwand erstellen.

Subsites ermöglichen, verschiedene Webseiten aus einem gemeinsamen Datenbestand zu erstellen. Beispielsweise benötigt ein Sonderforschungsbereich i. d. R. eine eigene Webseite. Mit Subsites können zwei (oder mehrere) Webseiten mit jeweils eigenem Design und eigener Navigationsstruktur betrieben werden, die beide die gleichen Informationen zu Publikationen, Projekten, CV der Wissenschaftler usw. nutzen. Die Informationsaufbereitung muss also nur einmal durchgeführt werden und ermöglicht einen effizienten Arbeitseinsatz.

Selbstverständlich für ein CMS im wissenschaftlichen Umfeld ist die Unterstützung von mathematischen und naturwissenschaftlichen Formeln in den Dokumenten.

Ein starkes, integrales Kategorisierungssystem ist besonders geeignet, komplexe, wissenschaftliche Informationen zu verarbeiten und für unterschiedliche Nutzergruppen (z. B. wissenschaftlicher Dialog, Lehre, Politik und Anwendungspraxis) verfügbar zu machen (integriertes Informations­retrieval). Eine detaillierte und differenzierte Informationsaufbereitung erleichtert Zugänglichkeit und Auffindbarkeit. Komplexe Sachverhalte können für die spezifischen Lesegewohnheiten im Web aufbereitet und in ihrer Darstellung angepasst werden.

Das System bietet von Haus aus die Unterstützung wissenschaftlicher Kommunikation an weit verstreuten Standorten, etwa zur Erarbeitung von Sammelbänden oder Organisation von Tagungen.

Die Basis von ScientificCMS

ScientificCMS basiert auf LibreCCM, einer „Web Content and Collaboration Management“ Plattform für mittlere bis sehr große Webseiten. LibreCCM liefert die komplette Basisfunktionalität, zu der ScientificCMS wissenschaftsspezifische Module und eine wissenschaftsspezifische Grundkonfiguration hinzufügt. LibreCCM selbst geht auf Forschungsarbeiten am MIT zurück. Eine erste Version wurde im Jahr 2002 veröffentlicht.

Weitere Projekte, die auf LibreCCM aufbauen, sind APLAWS+ sowie LibreCMS. APLAWS+ wurde speziell für die Anforderungen der Local Authorities in Großbritannien entwickelt. LibreCMS stellt eine generische Funktionalität für allgemeine, große Webseiten zur Verfügung. Die Module aller Varianten werden in einem gemeinsamen Repository gepflegt und integral weiter entwickelt.

Konzepte

Die besondere Funktionalität wird durch Implementation einer Reihe von Konzepten realisiert, die bereits das Basissystem auszeichnen und für den besonderen Einsatzzweck zugeschnitten werden.

Informationszentriert Informationen sind in ScientificCMS als Dokumente (Content-Items) organisiert. Jedes Dokument hat einen Typ, der bestimmte Felder definiert. Diese Dokumente werden automatisch und regelbasiert zu Webseiten zusammengestellt. Die Organisation über Dokumente ermöglicht die Verwendung in mehren Kontexten und die damit verbundenen Vorteile.

Screenshot

Inhaltsaufbereitung

Semantisch strukturierte InhalteDie zu verarbeitenden Informationen sind in logische Blöcke gegliedert, z. B. einen einleitenden Text (Lead-Text) einen Haupttext und zusätzliche Informationen. Durch diese Aufteilung ist es möglich, eine Webseite mehrstufig zu gestalten. Das heißt, ein prägnanter kurzer Text steht für den ersten Blick auf die Seite zur Verfügung und darunter befinden sich verlinkte weitergehende Informationen. Diese Linklisten (Objektlisten) werden automatisch aus den Dokumenten erzeugt.

ScientificCMS bietet eine umfangreiche Sammlung von Dokumenttypen, organisiert in Modulen, an. Aus diesen Dokumenttypen kann ein für den jeweiligen Anwendungsfall zugeschnittenes Bundle erstellt werden.

Automatisierte Verarbeitung der InformationenDie Bearbeitung der Dokumente erfolgt in Formularen. Die Autoren werden weitgehend von den technischen Feinheiten und Eigenheiten des WWW abgeschirmt. Die Anwender müssen sich nicht um Gestaltungsfragen kümmern und können sich auf die Inhalte konzentrieren.

KategorisierungKategorien sind nicht nur in der Wissenschaft ein bewährtes Instrument, um Inhalte systematisch und sachorientiert aufzubereiten und einen einfachen Zugriff nach unterschiedlichen Gesichtspunkten zu ermöglichen. ScientificCMS bietet die Möglichkeit, mehrere Kategoriensysteme, die untereinander verknüpft sein können, aufzubauen, die in der Gesamtheit einen polyhierachischen Thesaurus bilden können. Besucher greifen über Kategorien auf den Inhalt zu; auch die von Webseiten vertraute Navigation ist im Hintergrund nichts anderes als ein Kategoriensystem, das für eine spezifische Funktion genutzt wird.

Das Redaktionssystem

ScientificCMS bietet ein redaktionelles System mit verschiedenen Rollen für verschiedene Benutzer. Es können z. B. auch Benutzergruppen eingerichtet werden, die gleiche Rechte zugewiesen bekommen. Das System ist mehrbenutzerfähig.

Die Bearbeitung eines Dokumentes ist an Rollen, z. B. Autor, Lektor, Herausgeber, und entsprechende Berechtigungen geknüpft. Die einzelnen Arbeitsschritte von der Erstellung bis zur Veröffentlichung auf der Webseite ist durch Arbeitsabläufe bestimmt. Es werden verschiedene Arbeitsabläufe angeboten. Über ein optionales Benachrichtigungssystem können zuständige Personen per E-Mail über Beginn und Abschluss von Arbeitsschritten informiert werden.

Technologie

ScientificCMS basiert auf Java und den Technologien der Java Enterprise Edition (Java EE). Dadurch besitzt ScientificCMS eine sehr stabile technische Basis und ein hohes Sicherheitsniveau. Java EE zielt gleichzeitig auf Konstanz und lange Lebensdauer, womit auch der laufende Wartungsaufwand minimiert wird.

ScientificCMS bietet eine Unterstützung für Clustering auf Applikationsebene. High availibility, automatic failover, Dedundanz und Skalierbarkeit sind integraler Teil der Software und brauchen lediglich durch Konfigurationseinträge aktiviert werden.

Die integrierte Theming-Engine basiert auf XML und XSL und erlaubt die Erstellung einfacher wie komplexer Layouts. Das generierte HTML ist valide und entspricht den Richtlinien der WAI WCAG 2.0 (Level 2).

Ausblick

Die im zweiten Quartal 2014 erscheinende Version 2.2 wird die Benutzerfreundlichkeit im Backend weiter verbessern. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf der Verwaltung von Medien.

Die für das vierte Quartal 2014 erscheinende Version 3.0 wird vollständig auf Java EE 7 basieren.

Anfang des zweiten Quartals 2014 wird außerdem die LibreCCM Foundation ihre Arbeit aufnehmen. Diese wird die Weiterentwicklung von LibreCCM, LibreCMS, ScientificCMS und APLAWS+ koordinieren.

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