6 goldene Regeln für Open-Source-Sponsoring

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Blogbeitrag von : Meike Jung
Sketch: Speaker in front of beamer screen, both cluttered with sponsor logos

Sie haben die Teilnehmer/innen einer Open-Source-Veranstaltung als interessante Zielgruppe für Ihr Geschäft identifiziert und entschieden, Sponsor dieser Veranstaltung zu werden. Klingt nach einer Win-win-Situation. Lassen Sie uns kurz die Checkliste durchgehen, damit Ihr Engagement erfolgreich wird.

1. Machen Sie aus einer Marketingmaßnahme keine Vertriebsveranstaltung

Wir erinnern uns: Sponsoring ist ein Instrument des Marketings, nicht des Vertriebs. Sie wissen, dass die Veranstaltung keine Messe ist, deshalb fragen Sie auch nicht, ob Sie "genügend Leads generieren". Natürlich werden Sie als Sponsor Sichtbarkeit bekommen. Ihr Hauptaugenmerk liegt darauf, das positive Image Ihres Unternehmens zu stärken. Das Organisationsteam wird alles dafür tun, dass die Veranstaltung großartig wird, wodurch Ihre Marke mit positiven Erinnerungen verknüpft wird. Es ist Ihre Aufgabe, dieses positive Image in weiteren Marketingmaßnahmen zu verwerten.

2. Glaubwürdigkeit stärken

Open-Source-Communities pflegen eine kollaborative, transparente und respektvolle Kultur. Den größten Mehrwert zieht Ihr Unternehmen aus dem Engagement, wenn es Teil dieser Community wird, indem es diese Werte in die Unternehmenskultur überführt. Zeigen Sie Respekt für das, was andere Community-Mitglieder beitragen und bereits geleistet haben. Folgen Sie den Mitteilungen und Diskussionen der Community, bringen Sie sich ein. Wenn die Gemeinschaft das wahrnimmt, sind Sie bereits Teil der Community. Teil dieser Gemeinschaft zu sein bringt Ihnen Glaubwürdigkeit, und das ist die Währung modernen Marketings.

3. Um Ziele zu erreichen, reiten Sie nicht darauf herum

Die Organisator/innen, mit denen Sie zu tun haben, wissen sehr gut, dass Sie als Geldgeber auch eigene Interessen verfolgen. Wer aber ständig betont, dass das Unternehmen Gegenleistungen für das Sponsoring erwarte, zeigt damit wenig Wertschätzung für das, was bereits (vorab) geleistet wurde: Freie Software, Dokumentation, Tutorials ... oder zumindest eine Veranstaltung mit günstigen Eintrittspreisen, die attraktiv für Ihre Zielgruppe ist. Sie sind klug und stellen Ihr Engagement in den Vordergrund – nicht Ihre Erwartungen.

4. Verlieren Sie das Team nicht aus dem Blick

Als langjährige Community-Mitglieder kennen die Organisator/innen ihre Zielgruppe gut. Diese Freelancer, Angestellten und Geschäftsinhaber organisieren solche Veranstaltungen zumeist ehrenamtlich und spenden damit jede Menge wertvolle Arbeitszeit. Typischerweise erhalten sie keine Provision für das Einwerben von Sponsorgeld (das zu 100 % der Veranstaltung zugute kommt), sind keine professionellen Fundraiser. Aber sie sind angesehene Profis in ihren eigentlichen Jobs. Sie gehören zur Peer-Group. Verursachen sie ihnen keinen zusätzlichen Aufwand durch Herausfeilschen von zusätzlichen Vorteilen oder noch mehr Logoflächen. Zeigen Sie Wertschätzung für das Engagement und die viele Arbeit. Nichts kann wertvoller für Ihre Marke sein als die Zuneigung der Peer-Group.

5. Geben Sie zusätzliche Unterstützung

Ihr Sponsorgeld ist eine Art der Unterstützung. Auf echte Gegenliebe stoßen Sie, wenn Sie mehr als das geben. Machen Sie in Ihrer Außenkommunikation auf die Veranstaltung aufmerksam (Newsletter, Social-Media-Aktivitäten) und fragen Sie, wie Sie sonst noch unterstützen können. Das könnte das Verfassen einer Pressemitteilung sein – oder Sie motivieren befreundete Unternehmen, ebenfalls Sponsoren zu werden. Sie können ggf. Lagerfläche und Transport anbieten. Sie könnten ein Werbevideo für die Veranstaltung produzieren oder was auch immer Ihr Team an Kompetenzen mitbringt. Sie können kreativ sein. Sie können echte Unterstützung geben.

6. Seien Sie unterhaltsam

Wie sehr würden Sie selbst es schätzen, an einer Konferenz teilzunehmen, auf der Sie vorwiegend lernen, wie toll die Sponsoren und wie großartig deren Produkte oder Dienstleistungen sind? Und wäre das glaubewürdig für Sie? Jeder Sponsor sollte dankbar sein für ein Organisationteam, das diese Wirkung verhindert. Zuviel Fokus auf die Sponsoren schmälert die positive Erinnerung der Teilnehmenden drastisch, und dadurch wird das Ziel verfehlt, ein positives Image zu stärken. Finden Sie also Wege, Unterhaltung anzubieten statt Logo-Penetranz. Organisieren Sie Gratis-Eiskrem, stellen Sie einen Kickertisch oder Sitzsäcke (natürlich gebrandet) auf Ihre Infotisch-Fläche.* Schaffen Sie eine positive Wahrnehmung bereits im Rahmen Ihrer eigenen Möglichkeiten.

 

Welche Ziele Sie auch für Ihr Unternehmen, Ihre Organisation definiert haben – Mitarbeiterakquise, Präsentation Ihrer Marke als "Big Player", Vertrieb von Produkten oder Dienstleistungen, Kooperationen knüpfen –, diese goldenen Regeln helfen Ihnen in jedem Fall dabei. Zusammenfassend hilft die alte Regel der Öffentlichkeitsarbeit: "Tu Gutes und rede (selbst) darüber."

Beitrag lizensiert unter Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 License (Meike Jung/cms-garden.org).

*) Danke für die Inspiration: DigitalOcean buchte einen Eiswagen für die DrupalCon Amsterdam. undpaul bauten den Tischkicker auf dem DrupalCamp Schwerin auf.

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