papaya

Steckbrief

Programmiersprache: 

PHP

Erstmals veröffentlicht: 

2000

Open Source seit: 

2005

Lizenz: 

Aktuelle Major Release: 

5

Core-Contributors: 

~ 20

Anzahl Downloads: 

> 80 000
17.05.2015

papaya CMS wurde von 2001 bis 2005 kommerziell vertrieben, ist heute aber unter der GNU General Public License (GPL) frei erhältlich. Der Fokus liegt auf dem Unternehmenseinsatz, es zählt u. a. Projekte aus den Bereichen Medien, Healthcare, Internetdienstleistung zu seinen Referenzen.

Vorteile für Websitebetreiber

In papaya sind Inhalt und Layout strikt voneinander getrennt. Der Inhalt liegt als XML vor und wird im Backend über Eingabemasken eingegeben, und auch die dynamisch generierte Ausgabe von Anwendungsmodulen ist XML. Die Inhalte werden über verschiedene Ausgabefilter in das gewünschte Zielformat umgewandelt. Die HTML-Ausgabe auf Webseiten wird schließlich durch CSS-Angaben und Schmuckgrafiken formatiert.

Inhalte können durchgängig mehrsprachig vorgehalten werden. Der Sprachcode ist Teil der URL, und Links auf die jeweils anderen Sprachversionen werden automatisch bereitgestellt. Die generelle Verwendung der UTF-8-Zeichencodierung garantiert die fehlerfreie Verwendbarkeit von Sprachen mit beliebiger Schrift, unabhängig vom Betriebssystem des Betrachters.

Das System hat einen Fokus auf Performanceoptimierung – mehrstufiges, fein konfigurierbares Caching sorgt dafür, dass Inhalte nicht bei jeder Ausgabe neu erzeugt werden müssen. Durch eine variable Session-Konfiguration kann zudem ein hochperformanter Webcache wie Squid oder Varnish vorgeschaltet werden, um einmal generierte Seiten mit Höchstgeschwindigkeit auszuliefern.

papaya CMS wird mit zahlreichen Modulen bereitgestellt – neben der reinen Verwaltung dynamisch generierter Seiten erhalten Sitebetreiber beispielsweise Foren (einschließlich Seitenkommentaren), Kalender, frei gestaltbare Feedback-Formulare oder Community-Features.

Hinzu kommen Erweiterungen, die über den Bereich der erwartbaren kostenlosen Module hinausgehen, wie z. B. ein professionelles Newsletter-System, Support für Zählpixel-Statistiklösungen (Omniture SiteCatalyst, eTracker, AGOF/SZM, IVW) oder die direkt ins CMS integrierte Statistiklösung.

Die Benutzeroberfläche

Die Benutzeroberfläche ist workfloworientiert aufgebaut. Das bedeutet, dass Buttons für bestimmte Funktionsaufrufe auch die einzelnen, von einander abhängigen Arbeitsschritte nachbilden. So findet sich etwa in der Seitenansicht eine Toolbar mit den Buttons Eigenschaften, Ansicht und Inhalt, was die logische Reihenfolge abbilden soll, in der Erstellen von Seiten vorgegangen wird.

Webseitenvorlagen bestehen aus einem Template-Theme-Set. Templates wandeln die Inhalte aus dem XML-Format in das gewünschte Zielformat (HTML, PDF, Newsfeeds usw.) um. Das Theme enthält CSS-Formatangaben und Schmuck­grafiken, die die grafische Gestaltung einer Webseite festlegen. Als Templatesprache wird der offene W3C-Standard XSLT eingesetzt. Es ist also nicht notwendig, eine proprietäre Sprache zu erlernen, die nur in einem begrenzten Umfeld eingesetzt werden kann.

Mit der vollständigen Trennung von Logik, Inhalt und Layout wird die Erstellung barrierefreier Websites begünstigt. Die Verwendung von XSLT-Templates garantiert, dass stets valider HTML-Code entsteht - eine der wichtigsten Voraussetzungen für Barrierefreiheit. Die mitgelieferten Beispieltemplates genügen den Anforderungen gemäß BITV (Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung). Wer diese als Grundlage für eigene Templates verwendet, hat also gute Karten, diese Anforderungen ebenfalls zu erfüllen. Die Bemühungen um dieses wichtige Thema wurden nicht zuletzt durch den zweimaligen Gewinn des BIENE Awards für Barrierefreiheit belohnt.

In ein und derselben papaya-Installation können beliebig viele Webites unter verschiedenen Domains verwaltet werden. Zahlreiche Konfigurationsoptionen lassen sich für jede einzelne Domain überschreiben, beispielsweise die zugehörige Startseite aus dem Seitenbaum, das zu verwendende Template-Set oder das Theme, sodass vollständig unabhängige Websites mit unterschiedlichem Layout entstehen. In Zusammenarbeit mit der Möglichkeit, die Zugriffsrechte von Backend-Benutzern auf einen Teil des Seitenbaums zu beschränken, erhalten Sie eine nahezu vollständige Mandantenfähigkeit, denn auf diese Weise können bestimmte Redakteure jeweils nur an „ihrer“ Site arbeiten.

Das Backend verfügt über ein äußerst modulares Rollen- und Rechtesystem. Rechte können dabei sowohl einzelnen Usern als auch Gruppen zugewiesen werden, und jeder Benutzer kann mehreren Gruppen angehören. Alle Benutzeraktivitäten im Backend, die Veränderungen herbeiführen, werden mitsamt Benutzerkennung protokolliert und können in der Protokollansicht eingesehen werden. Die Liste lässt sich nach diversen Kriterien filtern, um bestimmte Einträge schnell finden zu können.

papaya für Entwickler

In der aktuellen Version 5.5 wird papaya mit einer breiten Palette freier Module ausgeliefert, die sehr viele Anwendungsfälle abdecken, sodass man sich als Entwickler einer Website in vielen Fällen nur auf die Implementierung eigener Templates (oder Anpassung der Beispieltemplates) konzentrieren kann.

Die modularisierte Struktur von papaya CMS macht die Entwicklung eigener Anwendungen einfach. Das Basissystem stellt dazu eine Entwicklerschnittstelle (API) in Form von Basismodulen zur Verfügung, die einfach erweitert werden können. Dabei können neben simplen Box- und Seitenmodulen auch Administrationsmodule, Cronjobs, Ausgabefilter und weitere Modultypen entwickelt werden.

Die konsequente Nutzung des stark erweiterten Objektorientierungs-Potentials von PHP5 bietet noch robusteren und leistungsfähigeren Code, dessen Funktionieren komplett durch Unit-Tests gesichert ist. Gleichzeitig wurde das papaya-Framework durch diese Maßnahmen um zahlreiche Funktionen erweitern, die Entwicklern von Erweiterungsmodulen noch mehr Möglichkeiten bieten.

Wer selbst Module für papaya CMS entwickeln möchte, findet zahlreiche Informationen im öffentlichen Wiki oder kann sich im Entwicklerforum mit anderen Entwicklern austauschen, wo sowohl Core-Entwickler als auch unabhängige Community-Mitglieder Ratschläge, Anregungen und Informationen austauschen.

Nachteile

Der Aufwand der Installation, Templateerstellung und Wartung ist zu hoch, wenn es nur darum geht, kleine Websites mit wenigen Seiten zu betreiben, deren Inhalt sich zudem selten ändert. papaya CMS ist aufgrund seiner Leistungsfähigkeit eine recht komplexe Software; der Einstieg fällt im Vergleich zu Blogs oder kleineren Content Management Systemen schwerer.

Was ist in Planung?                        

Derzeit wird primär an einer Umstrukturierung der Codebasis gearbeitet und daran, diese aus einem großen Git-Repository in kleinere Git-Repositories zu migrieren. Hierdurch wird papaya künftig via Git verfügbar und via Composer installierbar sein.

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