Letztes Jahr war echt wild. Wer die ganzen Threads, Tweets und heimlichen Slack-Channels nicht live mitverfolgt hat, findet auf diesem Blog einen super Rückblick inklusive Popcorn-Garantie.
Kurz danach wurde es plötzlich … still. Keine neuen Statements, keine Live-Rants – einfach Funkstille. Vermutlich, weil Matt Mullenwegs Firma Automattic und deren größter Konkurrent WP-Engine sich gerade gegenseitig vor Gericht ziehen und alle Beteiligten bis zum Prozesstermin lieber die Klappe halten.
Doch während draußen das Popcorn wieder weggepackt wurde, ging es hinter den Kulissen erst richtig rund. Die Welle schwappte aus der WordPress-Ecke ins gesamte Open-Source-Ökosystem – und prompt hatten die Sales-Drohnen der Closed-Source-Anbieter ein neues Lieblingsargument parat:
„Klar, früher war die Keule ‚Open Source ist unsicher, weil der Code sichtbar ist‘ beliebt, aber das glaubt uns ja heute kaum noch jemand. Deshalb nehmen wir jetzt das Narrativ ‚Open Source ist gefährlich, weil irgendwelche durchgedrehten Diktatoren dir morgen dein ganzes Business kaputt machen können‘. Guck dir bloß an, was bei WordPress gerade abgeht!“
Ob sie sich nur nicht die Mühe gemacht haben, zu prüfen, ob das WordPress-Szenario wirklich auf jede andere FLOSS-Community passt, oder ob es ihnen einfach nur zupass kam, diese Generalisierung vorzunehmen, man weiß es nicht. Hauptsache die Hochglanz-Folien waren bedruckt und das WP-Drama stand als fettes Schreckgespenst auf Folie 7.
Und die WordPress-Community selbst? Hielt sich erstaunlich bedeckt. Die großen Player wollen schließlich nicht den Baum fällen, an dessen Früchten sie nagen – nachvollziehbar, aber auch ein bisschen enttäuschend.
Also musste der Widerspruch von außen kommen – von Freunden aus dem FLOSS-Ökosystem.
Tadaa: Am Tag vor dem WordCamp Europe wurde FAIR (Federated and Independent Repository) geboren.
Maintainer? Keine geringere als die Linux Foundation. Da hat jemand tatsächlich aus dem Shitstorm ein neues Projekt gezimmert – Respekt!
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